„Die Tänzerin von Auschwitz“ – Roosje Glasers seltsame Weg nach Schweden – Wie wahr ist die ganze Geschichte des Buches?

Dass Roosje Glaser mit allen Mitteln trachte zu überleben und mit der Wahrheit nicht wählerisch war, daraus macht das Buch keinen Hehl. Wie wahr ist nun die Geschichte des Buches?

Die Wahrheit des ganzen Buches kann ich nicht beurteilen, wohl aber die Geschichte von nach der Evakuierung aus Auschwitz bis zur Ankunft in Schweden. Ich habe mich mehrere Jahre mit der Evakuierung von Frauen nach Schweden beschäftigt. Frauen, die hauptsächlich aus Ravensbrück und aus den Außenlagern von Neuengamme befreit wurden. Die Beschreibung dieses Weges in „Die Tänzerin von Auschwitz“ weist Parallelen zur Geschichte der niederländischen „Philips- und Diamant-Frauen“ auf. Die Übereinstimmung besteht in den Orten Porta-Westfalica, Beendorf, Hamburg und der dänischen Grenze sowie in den Daten der Abfahrt von Hamburg und der Ankunft in Malmö. Der Rest ist völlig anders, mit Einzelheiten, die an die Reise der Frauen von Ravensbrück nach Schweden und nicht die von Hamburg nach Schweden erinnern. Nicht alles muss in den bestehenden Aufzeichnungen der Evakuierung nach Schweden erfasst worden sein, aber Roosje Glasers Geschichte enthält Ereignisse, die nicht unbemerkt geblieben sein können. Bei ihr kamen vier Menschen zwischen Hamburg und der dänischen Grenze ums Leben. Die müssten mindestens in den Kirchenbüchern der dänischen Grenzgemeinden aufgezeichnet sein, sind es aber nicht.

Der Schauplatz an der dänischen Grenze, auf deutschem und deutsch besetztem Gebiet werden KZ-Häftlinge gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht. Dieses ist schlicht Nonsens und es ist unbegreiflich, dass so was abgedruckt wird, aber es gibt eine Reihe weiterer Details in dieser Geschichte, die nicht wahr oder seltsam sind, siehe eine ausführlichere Beschreibung auf  https://nl.vanommen.de/dansen-met-de-vijand-de-zeldzame-weg-van-roosje-glaser-naar-zweden-hoe-waar-is-het-boek/